Projektstipendiatin des österreichischen Bundeskanzleramtes 2018/2019!

upcoming event, next week: 

Theater AKKU, Steyr, Sommernachtslesung aus Orchis, am Donnerstag, den 28. Juni 2018

 

Termine Herbst 2018:

13. – 15. September 2018, Rumänien, Bukarest: Festival of the Centennial Nations Capitals

20. September 2018: Alte Schmiede, Wien: Andreas Unterweger/Crunchy nuts und Verena Stauffer/Orchis

27. September 2018: Berlin, Buchhandlung Frau Schneefeld und Herr Hund: Lesung aus Orchis 

18. November 2018: Augsburg, Brechthaus: Lyrikfestival Augsburger Rauchzeichen

BESPRECHUNGEN:
3. Juni 2018: Orchis, von Susanne Schaber wundervoll besprochen, in der Sendung Ex Libris, auf Ö1!
Hier der Text in vollem Wortlaut:

ORF – Ex Libris                                                       Susanne Schaber

 

Verena Stauffer, Orchis, Roman, Kremayr & Scheriau, Wien

 

Träumen davon nicht viele? Einmal im Leben etwas zu entdecken oder zu erfinden, das die Welt noch nie gesehen hat, und sich damit in höchste Höhen zu erheben? Solche Sehnsüchte sind oft Motor für jene Forscherinnen und Forscher, die zwischen Genie und Wahnsinn hin- und hertaumeln und nicht wissen, wo sie eines Tages enden werden: in der völligen Bedeutungslosigkeit oder im Olymp.

Davon erzählt Verena Stauffer in ihrem ersten Roman. „Orchis“ nennt sie das lyrisch-versponnene Geflecht kurzer Kapitel rund um einen jungen Mann, der vollends in seiner Passion für Orchideen aufgeht und dabei sich selbst abhandenkommt.

Stauffers Buch führt zurück in die Epoche um 1850, als sich große Wandlungen ankündigen. Anselm, wie der Held des Bandes heißt, ist Botaniker und gut behütet als Sohn eines Universitätsprofessors aufgewachsen. Sein Vater lässt ihn gewähren, wenn er hochgestochenen Plänen folgt. Dazu gehört eine Expedition nach Madagaskar, was zu jener Zeit eine Art Feuertaufe in der Fremde darstellt. Auch für Anselm, einen unbedarften, allein von seinen Theorien beseelten Akademiker, der dort eine spezielle Orchidee aufspüren möchte: Der Fund soll seine Karriere vorantreiben und ihm zu Unsterblichkeit verhelfen. Und siehe da: Sein Plan funktioniert. In den abgelegenen Bergen der Insel erblickt er staunend das Objekt seiner Begierde, den Stern von Madagaskar, oder korrekt gesagt: das Angreacum Sesquipedale. Außer sich vor Freude und Ehrgeiz macht sich Anselm daran, ein Bündel der Pflanzen zusammenzuraffen und nach Hause zu transportieren. Entsprechend fällt er aus allen Wolken, als er miterlebt, dass jene Kiste, in der das kostbare Gut nach Europa verschifft wird, in stürmischen Meeresfluten davonschwimmt.

Was Anselm den Boden unter den Füßen wegzieht und Wahnvorstellungen auslöst. Er verkapselt sich in das Hirngespinst, dass ihm eine Orchidee aus der Schulter sprießt, und verweigert sich so der schmerzhaften Realität. Als er in Amsterdam von Bord gehievt wird, bleibt seinen Eltern zuletzt nichts anderes übrig, als ihren Sohn in eine psychiatrische Anstalt einweisen zu lassen, wo man ihn nach den damaligen Möglichkeiten zu behandeln versucht. Was gelingt. Und auch ein zweites Wunder ist inzwischen um die Ecke gebogen: Einige

Exemplare der Sterns von Madagaskar konnten gerettet werden. Anselm kehrt also zurück an die Universität und widmet sich mit Eifer und Furor der Analyse der von ihm so verehrten weißen Schönheiten, die ihm die reale Liebe ersetzen.

Verena Stauffers Roman trägt Züge eines Märchens. Gerade auch die ersten Kapitel sind sinnliche Beschreibungen von Madagaskar und von einem Menschen, der sich anschickt, seinem Glück hinterherzujagen. Doch am Weg zur Erleuchtung und inneren Erfüllung gilt es etliche mehr oder weniger absurde Abenteuer zu bestehen. Zugleich wurzelt das Buch sehr wohl in der Wirklichkeit: Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Forschung im Umbruch. Die Naturwissenschaften emanzipieren sich von der Schöpfungsgeschichte, wie sie die Kirche weiter verkündet. In diesem Zwiespalt verliert sich der Held des Romans. Dieser Anselm ist ein feinnerviger und zugleich störrischer Charakter, den die Autorin mit augenzwinkernder Zuneigung umfängt. Er brennt für das, was ihm wichtig ist, und ignoriert die Zeichen der Zeit. Dabei verrennt er sich kläglich. Denn während er sich in den Kokon seiner Studien einspinnt und immer stärker in den Elfenbeinturm zurückzieht, entgeht ihm, wie sich die Welt um ihn herum verändert. Ehemals unverrückbar scheinende Hierarchien brechen auf, Revolutionen beuteln die Länder und Staaten, Herrschaftssysteme beginnen zu wanken. Auch Anselm nimmt das wahr – und wirft sich nur umso obsessiver in die Katalogisierung und Systematisierung der Pflanzenfamilien. Dort steht nach wie vor jedes Mitglied an dem ihm zugewiesenen Platz: Sicherheiten, an die er sich klammert, den äußeren Reformen zum Trotz.

Verena Stauffer beschreibt den langsamen Paradigmenwechsel mit viel Geschick und schafft es dabei, Klischees zu vermeiden. Das Psychogramm des Anselm ist eigenwillig und stimmig. Es lässt sich in etlichen Zügen auch auf unsere Tage übertragen. Die Hauptfigur des Romans ist ein ängstlicher und zugleich überheblicher Mensch, den Umstürze so sehr aus der Bahn zu werfen drohen, dass er sich in einer Gegenwelt verschanzt und von dort aus zu einem aussichtlosen Gefecht antritt. Er möchte beweisen, dass die Befruchtung der Orchidee durch Gottes weisen Bauplan erfolgt. Dass Charles Darwin derweil an seiner Evolutionstheorie arbeitet, die er anhand zahlreicher Experimente an exotischen Pflanzen belegt, ignoriert er. Ja mehr noch: Anselm setzt sich in den Kopf, den Kollegen Darwin als Schwindler zu enttarnen und damit den Lauf der Welt in die richtigen Bahnen zurückzusteuern.

Aus derlei wahnwitzigen Ideen bezieht Verena Stauffers Roman einiges an Komik und Witz. Es gelingt ihr, die Gratwanderung dieses Anselm auf subtile Weise zu begleiten, ohne den Helden zu verraten. Dass sie sich in der Lyrik zuhause fühlt und ihr erstes Buch ein Gedichtband war, spürt man: Verena Stauffers Sprache ist expressiv und unerschrocken mutig, auf die Gefahr hin, dass etliche Wendungen manieriert wirken und Motive wie die blaue Blume etwas forciert daher staken. Verena Stauffer hat eben viel vor. Ihr Debütroman läuft doppelbödig dahin und ist ein spannender literarisch-philosophischer Kommentar zur Wissenschaftsgeschichte und zugleich eine hochgradig poetische Fahrt durch jene Gefilde, in denen Leidenschaft und Besessenheit zuhause sind. Gegen Schluss rast der Roman, der in China endet, mitten hinein in eine Art magischen Realismus. Eine Form des Eskapismus, möchte man meinen, wie ihn die Autorin auf 250 Seiten bilderreich beschrieben hat. Das Buch hebt ins Phantastische, Unfassbare ab und mündet fast schon ins Wunder.

3. Mai 2018, Orchis zu Gast bei Alfred Komarek, in seiner Sendung LiteraTOUR!
5. Mai 2018, Orchis in der Literatursendung Premiere, Radio Oberösterreich!
Cafe Stadtbahn, Lesung aus: ORCHIS, am Montag, den 7. Mai 2018
5. Juni 2018, 20:15, ORF III: Orchis, zu Gast bei Heinz Sichrovsky, in seiner Sendung: ORF Erlesen! 
Theater AKKU, Steyr, Sommernachtslesung aus Orchis, am Donnerstag, den 28. Juni 2018
20. Juli 2018: Orchis auf Ö1, in den Radiogeschichten!

erste Pressestimmen zu Orchis:

Alfred Komarek, LiteraTOUR: Am Ende, ab Min -2:56 wird Orchis vorgestellt! 

Jürgen Brocan für fixpoetry, zu Orchis

Walter Fanta, Literaturhaus Wien, zu Orchis

APA Rezension, oberösterreichische Nachrichten, zu Orchis

Susanne Schaber, für Ö1, EX LIBRIS, vollständige Besprechung, siehe oben

orchis cover frontal - 1

„Penible Recherche und Emotionalität verquicken sich zu einem belletristischen Erlebnis von selten gewordener Expressivität.“

Alfred Kolleritsch, Andreas Unterweger zu Orchis

Link zum Verlag/Vorbestellung: Informationen über ORCHIS

portrait mia 3 - 1

(c) Mia Felinè I GOLDEN FOX

Aktuelle  Publikationen 2017:

„Kapitalismus und Kirche/crazy beschützt“ in der Winterausgabe der Manuskripte

manteauXmensch (Sonnenzyklus)  in  der Literaturzeitschrift Podium zum Thema „Glück“

Rosebud“ Hendrik Jackson und Verena Stauffer in: Simon English „My Big self Decoy Justin Beiber“, black dog publishing, London, UK (November 2017)

„Flämmchen“ in: Junge österreichische Gegenwartslyrik Versuch einer Verortung, kuratiert von Robert Prosser und Christoph Szalay, zu finden in der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift Lichtungen Nr.151 (September 2017)

Aus dem Zyklus „Anthropozän“ veröffentlicht von der Forschungsstelle für Werteerziehung und Lehrerbildung der Ludwig-Maximilians-Universität München und interpretiert von Sebastian Kainz in : „Das Anthropozän im Unterricht

„Flößerei“ und andere Zitate veröffentlicht in: „Die Steyr“ Landschaft und Menschen am Fluss (September 2017)

 

 

 

 

Vergangenes:

Lesung aus meinem Manuskript „Zerlegte Kriegerfiguren und abnehmbare Köpfe“:

21. März 2017 / Alte Schmiede Wien / Reihe Textvorstellungen – Lesungen, Diskussion • Motto: Zwischen Tisch und Authentisch: Rollenspiele zwischen ICH & DU • Redaktion und Moderation: MIEZE MEDUSA • es lesen PETRA PIUK (Wien) Lucy fliegt. Roman (Kremayr &
Scheriau, 2016)  • Verena Stauffer (Wien) Zerlegte Kriegerfiguren und
abnehmbare Köpfe. Lyrik (Manuskript) •  JAN KOSSDORFF (Wien) Leben
Spielen. Roman (Deuticke, 2016)

 

Einladung zur Eröffnung der Veranstaltungssaison 2016/2017  ins  Literaturhaus Wien!Kombo Kosmopolit: Die Zeitzonen des Himmels, vorüberziehende Riesenfische  Iryna Vikyrchak, Verena Stauffer und Christoph Szalay in Lesung und Gespräch.

15. September 2016 / 19 Uhr / Literaturhaus Wien

Mein persönliches „Maschinenfragment“ erscheint Ende September 2016 in den Lichtungen!

FRANKFURT / Lesung in der Lyrikbuchhandlung Frankfurt im Oktober 2016

„In Sternen tanzen“ … Die Rezension zu Yevgeniy Breygers FLÜCHTIGEN MONDEN erschien auf www.triedere.com

Ö1 NACHTBILDER! 27. FEBRUAR 2016 , 22.35 Uhr: „(zitronen der macht)“. Von Verena Stauffer. Es liest Stefanie Dvorak. Gestaltung: Nikolaus Scholz. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

EINLADUNG ZUM LESEFEST NEUE TEXTE 2016 BEI DEN MINORITEN IN GRAZ

ROTAHORN LITERATURPREIS 2015 für: zitronen der macht

PROJEKTSTIPENDIUM DES BMUKK 2015/2016

 

 

 

 

DANKE JOHNNY, FÜR DIESE WUNDERBARE HOMEPAGE, WILL NEVER FORGET YOU…


wir ~/sind ~/atome./unseren schalen /fehlt++/ein elektron.
berührung /ohne verbindung./keine /verschmelzung.

seid nicht /desorientiert.
seid nicht /unfrei.
haltet fest./ an~/ der~/ freiheit.+/werdet nicht /maschine./
werdet nicht./

seid.++/ihr seid /sterblich.
ihr seid /nicht konservierbar.
ihr seid /nicht wie ich.
ihr seid /nicht haltbar.
nicht / zu / halten/.

Lesungen 2018

Lesefest Neue Texte bei den Minoriten in Graz, am Samstag, den 10. März 2018

Buchpremiere ORCHIS! Literaturhaus Wien, am Donnerstag, den 22. März 2018

Literarische Nahversorger, Lesung aus: ORCHIS, am Samstag, den 7. April 2018

Stifterhaus Linz, Lesung aus: ORCHIS, am Dienstag, den 10. April 2018

 

 

 

Wörterspuren, Hirnstrukturen

In Verena Stauffers erstem Gedichtband begegnet uns auf dem engen Raum von nicht einmal vierzig Seiten eine erstaunliche Bandbreite verschiedener Stile, die doch sämtlich einen der Autorin eigentümlichen Stempel aufgeprägt haben. Das ist allemal kein Zeichen dafür, daß sie womöglich „ihren Ton noch nicht gefunden habe“, wie die etwas unkritische Formel in den Feuilletons für eine solche Stildivergenz meist lautet, sondern ein deutlicher Beleg für eine pluralistische Auffassung von Lyrik, die es nämlich gestattet, mit der Vielfalt sinn- und lustvoll zu spielen. Denn Oberflächenmerkmale wie Groß- oder Kleinschreibung von Substantiven, syntaktische Kohärenz oder Auflösung, traditionelle Reime oder Klangexperimente sind letztlich nur unterschiedliche Herangehensweisen, die hier auf einer tieferen Ebene miteinander verbunden werden. [ … weiter auf fixpoetry]

Jürgen Brocan, FIXPOETRY

„Die Ordnung der Linge“ in:

Triëdere-Sonderausgabe –
Alternativlos: „Flüchtling“

„Palindrom“ in: die presse spectrum von 9. Jänner 2016

 

manuskripte Nr. 209 (September 2015)

die presse spectrum